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Eine Frage der Einstellung.


Kategorie: Player
Datum: 24.09.2006

Player

Interview mit Christian Freilach dem besten österreichischen Einzelspieler der EM-2006.

Bg-info: Gratulation zu Deiner tollen Leistung bei der EM. Wie war das nach dieser doch eher mittelmäßigen Saison, wenn man vom 3.Platz bei der Staatsmeisterschaft absieht, möglich?

CF: Danke für die Blumen, aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich so eine tolle Leistung geboten habe, was sich etwa auch dadurch bestätigt, dass ich in sechs Eternitrunden kein einziges Mal unter 21 gespielt habe. Ich habe lediglich versucht, aus den vorhandenen Möglichkeiten das Optimum herauszuholen, weil es, jedenfalls für mich, nicht das Ziel sein kann, bei einer EM oder WM dabei zu sein und dann einfach nur so mitzuspielen, als wäre es ein Turnier unter vielen. Besondere Bewerbe bedürfen eben einer speziellen Vorbereitung, sowohl schlagtechnisch als auch mental und gruppendynamisch.

Bg-info: Dürfen wir da leichte Kritik heraushören, dass die Vorbereitung oder die Einstellung nicht von allen Seiten adäquat gewesen ist?

CF: Ich möchte mit meiner Aussage keinen einzigen meiner Teamkollegen oder der sportlichen Führung kritisieren, bin jedoch aus tiefstem Herzen überzeugt, dass die vorhandenen spielerischen Möglichkeiten im Bewerb nicht optimal ausgenützt wurden. Wenn man sich die Trainingsergebnisse unserer Mannschaft anschaut, so hatte man wirklich das Gefühl, dass hier reihenweise Weltmeister am Werk sind, im Bewerb war davon aber nur sehr rudimentär was zu sehen, die Welt reduzierte sich aufs (eigene kleine) Haus. Das kann wohl nicht daran liegen, dass der Großteil des Teams über Nacht die Form aus unerklärlichen Gründen verloren hat, nachdem dieses Phänomen des zumindest partiellen und leider auch kollektiv aufgetretenen Wettkampfeinbruchs nicht das erste Mal in Erscheinung getreten ist.

Bg-info: Also doch Fehler in der Einstellung?

CF: Niemand kann von einem Tag auf den anderen aus seiner Haut heraus. An Ort und Stelle hat sicher jeder einzelne Spieler versucht, für sich das Maximum herauszuholen, auch der Teamchef und die Betreuer haben wirklich toll in dieser Hinsicht gearbeitet. In diesem Zusammenhang bin ich vor allem Bernd Schaller dankbar, der mich durch seine konstruktive Kritik wirklich sehr motiviert hat, die schlagtechnischen und linienmäßigen Mängel durch verstärkten Trainingseinsatz, oft auch zu einer Zeit, wo andere bereits in der Pizzeria saßen, auszugleichen. Aber ich habe es an meinem eigenen Spiel gesehen, dass langfristige Versäumnisse in der Wettkampfvorbereitung nicht auf Zuruf ausgemerzt werden können, wie es besonders brutal meine Fehleranfälligkeit auf Eternit demonstriert hat, wo jeder ungenaue Schlag sofort bestraft wird. Vielmehr bedarf es entsprechender Arbeit über längere Zeit, um hier stufenweise Verbesserungen zu erreichen. Wäre ich in der Lage gewesen, die Saison, wie etwa im Vorjahr auf die WM, generalstabsmäßig auf den Saisonhöhepunkt EM aufzubauen, wäre sicher weitaus mehr möglich gewesen als das erreichte Ergebnis, das eher unter dem Motto der Peinlichkeitsbegrenzung eines mangels vertretbarer Alternativen zufällig ins Team Gerutschten zustande gekommen ist. Es ist meines Erachtens aber natürlich schon zu hinterfragen, warum nicht nur einer oder zwei, sondern derart viele ausgezeichnete Spieler nicht zur Verfügung standen.

Bg-info: Es lag also Deiner Meinung nach an der langfristigen Vorbereitung?

CF: Wenn jemand im nationalen Bereich mit seiner gewohnten Art der Vorbereitung immer an der Spitze liegt und von allen Seiten hört, wie gut er doch eigentlich ist, so gibt es für ihn wohl kaum einen Grund, daran etwas zu ändern. Es muss somit von außen der Anstoß kommen, noch mehr an sich zu arbeiten. Ich hatte dieses „Glück“ des automatischen Mitspielens an der Spitze nach meinem Comeback vor einigen Jahren nicht und war somit gezwungen, über andere Wege nachzudenken als ein schlagtechnisch begnadeterer Spieler.



Bg-info: Was hast Du konkret getan bzw. was wurde Deiner Meinung nach verabsäumt?

CF: Ich habe in meiner früheren beruflichen Tätigkeit einen fabelhaften Mentaltrainer kennengelernt, der neben renommierten Wirtschaftsunternehmen auch zahlreiche andere österreichische und internationale Spitzensportler, wie WM- und Olympiamedaillengewinner oder auch ein deutsches Formel 1-Brüderpaar, auch nach längeren, oft verletzungsbedingten Wettkampfpausen, betreut und mir ein spezielles Wettkampfvorbereitungsprogramm überlassen hat, nach dem ich seit einigen Jahren ausschließlich vor Großbewerben bzw. Saisonhöhepunkten arbeite und das mir geholfen hat, bei wichtigen Ereignissen auch tatsächlich das Leistungsvermögen abzurufen, das zum jeweiligen Zeitpunkt in mir steckt. Das war heuer saisonbedingt natürlich weitaus weniger als etwa letztes Jahr oder 2003 in Bad Münder, wo ich außerdem auch spielerisch voll auf der Höhe war und vom Teamchef jeweils leider ausgebootet wurde. Ich will damit nicht sagen, dass irgendjemand von den letztes Jahr eingesetzten Spielern sich das nicht verdient hat, aber spielerische Mittel sind nur ein Teilbereich, wenn man weiß, dass 70 % des Ergebnisses im mentalen Bereich zustande kommt. Es wäre also neben dem rein Spielerischen, auf das jeder Sportler ohnehin selbst schauen muss, will er an der Spitze mitmischen, ein viel wichtigerer Bereich für die Leitung eines Nationalteams, sich auf den Bereich Wettkampfvorbereitung und alles was damit zusammenhängt, zu konzentrieren. Das kann aber nicht ein paar Tage vor einem Bewerb geschehen, sondern muss in Lehrgängen jedem wiederholt zur Selbstverständlichkeit gemacht werden. Dann wird es auch nicht mehr vorkommen, dass die eingesetzten Sportler zwar zur Erbringung jeder Spitzenleistung in der Lage sind, deren tatsächlicher Abruf aber vom unvorhersehbaren Eintritt vieler Zufälle abhängig ist.

Bg-info: Das klingt ja alles ganz schön, aber natürlich auch zeit- und kostenintensiv!

CF: Wenn man bedenkt, wofür alles Geld vorhanden ist, so kann es daran wohl nicht scheitern. Es ist ja beispielsweise auch die Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes, für die angeblich nie genug Geld da war, seit kurzem erfreulicherweise nicht nur für einen kleinen Kreis von Eingeweihten wahrnehmbar und ich behaupte, dass das Bewusstmachen einer vernünftigen Vorbereitung, wofür man im Rahmen eines ordnungsgemäß ausgearbeiteten Projektes sogar zusätzliche Sportförderungsmittel lukrieren könnte, ohne dafür auch nur ein einziges der so beliebten, aber nicht nur in meinen Augen sportlich wertlosen, Seniorentreffen zu streichen, einen sportlichen Effekt hätte, der sich durch im Erfolgsfall verstärkte und verwertbare Medienpräsenz vielfach rechnen würde. Wenn man bedenkt, dass es etwa Spieler gibt, die statt einigermaßen sportgerechter Ernährung am Tag vor dem Wettkampf im griechischen Restaurant sitzen, um sich mit fettem Allerlei den Bauch vollzuschlagen oder statt einer vernünftigen mentalen Vorbereitung bis spät nachts sich mit anderen gewinnträchtigen Spielen befassen, so wären hier ausreichend Anknüpfungspunkte für eine Verbesserung vorhanden. Zwar gab es erste Versuche mit dem auch von mir nach anfänglicher Skepsis hoch geschätzten Psychologen Uli Vogt, doch scheinen dessen Bemühungen mangels ausreichender Präsenz nunmehr endgültig verpufft zu sein. Dass leider heuer einige Spieler, die bereits wettkampforientiert arbeiten, nicht zur Verfügung standen, ist zwar traurig, aber primär ein Problem der sportlichen Führung, die eben dafür zu sorgen hat, dass sich der ganze Nationalkader vernünftig vorzubereiten in der Lage ist, sodass Ausfälle nicht so sehr ins Gewicht fallen. Wäre das bereits jetzt der Fall gewesen, so wäre ich wie im Training auch im Bewerb als der schlagmäßig am wenigsten in Form befindliche Spieler auch scoremäßig am wenigsten erfolgreich gewesen und wir hätten die Mannschaftswertung, wie es auf Grund des spielerischen Potentials durchaus möglich scheint, eindeutig beherrscht. Bis allerdings dieser Idealfall eintritt, bedarf es noch verstärkter Anstrengungen aller Verantwortlichen und ich hoffe, durch dieses Gespräch vielleicht den einen oder anderen von ihnen zum Nachdenken zu bringen.

Bg-info: Wir danken für das interessante Gespräch.

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