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Alter Schwede!


Kategorie: Player
Datum: 21.11.2008

Player

Die Transferbombe platzte am Ende der Saison. Markus Berger kehrt seinem langjährigen Verein BGC Wien den Rücken und wagt ein minigolferisches Abenteuer. Den Wiener verschlägt es nach Stockholm, zu Tantogårdens BGK. In eine der besten Ligen Europas.

Was verbindet David Beckham und Markus Berger? Diese Frage scheint auf den ersten Blick so absurd, als ob man Birnen mit Äpfeln vergleichen wolle. Doch was beide eint, ist die Tatsache, dass sie in ihren Sportarten für die Transfer-Coups des Jahres 2008 gesorgt haben.

Beckham nach Mailand zum AC, Berger etwas weiter in den Norden, in einen schmucken Vorort von Stockholm - zu Tantogårdens. Zu jenem traditionsreichen schwedischen Verein, der 2004 ganz oben Stand. Nach 2000 zum zweiten Mal Europacupsieger bei den Herren wurde. Danach ging es ein wenig bergab. Vereine wie Uppsala und zuletzt Jönköping liefen den Hauptstädtern den Rang ab - zuerst national in der schwedischen Elitserie, wenig später auch international.

Angebot zum richtigen Zeitpunkt
Das Engagement von Berger in Schweden kam nicht von unweit und doch überraschte es Bahnengolf-Österreich, in erster Linie seinen langjährigen Verein BGC Wien, sehr. "Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich ein bisschen Schweden-verrückt bin. Ich liebe Filzgolf, mag die Leute dort und außerdem ist Schweden eine Top-Destination in Sachen Minigolf", erklärt der Wiener. Der Kontakt zu Tantogårdens entstand bereits 2001 als der 33-Jährige mit seiner heutigen Frau Elisabeth ein halbes Jahr in Finnland verbrachte und auch ein Turnier in Stockholm bestritt. Schon damals machte ihnen Jan Strandberg, Playing-Captain von Tantogårdens und zurzeit auch Teamchef der schwedischen Nationalmannschaft, das Angebot, in der schwedischen Liga zu spielen. Sieben Jahre später erneuerte Strandberg das Angebot zum zweiten oder dritten Mal – doch diesmal war der Zeitpunkt besser. „Nachdem Bernd Schaller als Teamchef aufgehört hat, ist ein wichtiger Input-Geber für mich verloren gegangen. Diese Leere musste ich auffüllen, da kam das Angebot gerade recht“, sagt Berger.

Markus Berger mit Jesper Andersson – ein zukünftiger Konkurrent in der "Elitserie".

 

Neben Markus Berger verpflichteten die Stockholmer den Finnen Kosti Salonen, der bereits das eine oder andere Mal auf internationaler Ebene sein Können unter Beweis stellen konnte, etwa als er bei der WM 2007 in Canegrate/ITA den späteren Bronzemedaillengewinner Christian Freilach in der ersten K.o.-Runde an den Rand einer Niederlage brachte. Die internationale Truppe um den Holländer Erik Tiekstra und dem schwedischen Top-Spieler Pierre Zetterlund will bereits in der kommenden Saison die entstandene Lücke zu den beiden heimischen Top-Klubs schließen. „Wir verstärken den Mix aus erfahrenen Spielern und jungen, aufstrebenden Talenten. Dabei ist es für uns nicht entscheidend woher diese Spieler kommen“, sagt Strandberg. Markus Berger zählt bei Tantogårdens zu den erfahrenen Minigolfern, er soll im Laufe der Zeit zu einer Führungsfigur werden. Beim BGC Wien hingegen war er zuletzt bei der Herbstrunde in Steyr der jüngste Spieler im Team.

Das Unternehmen „Schweden“ soll für Berger kein einmaliges Erlebnis sein. „Ich habe einen ein bis drei Jahresplan gemacht. Wenn es zeitlich und familiär halbwegs machbar ist, kann ich mir vorstellen es länger als eine Saison zu machen“, so der Wiener. Auch die Schweden planen länger mit dem Nationalspieler. „Mit Kosti Salonen und Markus Berger sind wir sicher, die richtigen Spieler gefunden zu haben, um Schritte vorwärts zu machen. Dennoch wissen wir, dass es vor allem in der ersten Saison schwierig sein wird für die beiden, wenn du in ein neues Land kommst und viele Augen auf dich gerichtet sind“, betont Strandberg.

Die Reise beginnt im Dezember
Das Abenteuer beginnt bereits Anfang Dezember, wenn Berger ins schwedische Eskilstuna reist, um mit den Mannschaftskollegen das erste Mal auf Filz zu trainieren und ein Turnier zu spielen. Im Jänner spielt er den ersten wichtigen Wettkampf für den neuen Verein - den „Svenska Cup“; einen eintägigen Wettbewerb für Vereinsmannschaften. Die „Elitserie“, die schwedische Bundesliga, beginnt im Mai und geht über mehrere Spieltage. „Ich bin schon gespannt wie es wird, jede Runde gegen eine andere Mannschaft zu spielen. Das bedeutet aber auch die Leistung auf den Punkt zu bringen, denn man spielt an einem Wochenende nur eine Runde gegen die direkten Gegner“, freut sich Berger.
Terminkollisionen mit österreichischen Bewerben sind vorprogrammiert. Das Finale der „Elitserie“ im Juli fällt auf den Termin der Einzelstaatsmeisterschaft in Dornbirn. Die Frage, wie sich der selbsternannte Mannschaftsspieler entscheiden wird, ist obsolet – vor allem falls Tantogårdens seine Ziele bereits 2009 verwirklichen sollte und um den Meistertitel mitspielt.

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Tantogårdens BGK:
Der 1950 in der schwedischen Hauptstadt Stockholm gegründete Klub blickt auf eine traditionsreiche Vergangenheit zurück. Tantogårdens ist der einzige Verein, der seit Gründung der „Elitserie“ 1990 ununterbrochen in Schwedens höchster Liga vertreten ist. Der Verein hat seit 1979 25 von 30 Mal die Gold- oder Silbermedaille bei den schwedischen Mannschaftsmeisterschaften gewonnen. Zahlreiche Tantogårdens-Minigolfer ernteten mit dem schwedischen Nationalteam große, internationale Erfolge, etwa Ronny Möller (Gold EM 1976), Lars Johansson (Gold EM 1982) oder Alf Pettersson (Gold WM 2001).
Internet:
www.tantogarden.com


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