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MEINE ÖM 2006


Kategorie: Bewerbe
Datum: 17.08.2006

Bewerbe

Eindrücke vom Finaltag der 46. Österr. Staatsmeisterschaften von Philipp Albrechtsberger

Samstag. Es ist 10 Uhr Vormittags als ich die Miniaturgolfanlage in Pfaffstätten betrete. Die SpielerInnen und BetreuerInnen kommen gerade von der ersten Runde aus Baden; manche schlagen sich bereits zum zweiten Mal heute ein. Das Wetter scheint kühler zu werden als an den vorangegangenen Tagen. "Endlich moi a guad's Wetta", tönt ein Spieler im Vorbeigehen. Möge er sich nicht zu früh freuen!

Die BetreuerInnen werden kurz vor Start aufgerufen die Bahnen zu säubern - nicht alle kommen dieser Aufforderung nach. Die Bahnen sind bei Spielbeginn trotzdem rein. In der kühlen Luft hängt die Spannung wie eine Gewitterwolke über der Anlage. Jeder Zeit zur Entladung bereit.

Die Massenstartrunde wird (mit Einschlagzeit) fortgesetzt. Zu meiner Verwunderung sehe ich keine einzige Damengruppe auf dem Platz. Hab ich sie in den endlosen Weiten des Pfaffstättener Platzes übersehen. Nein. Ich lege mir Verschwörungstheorien zu recht, warum die Damen nicht spielen. Schnell versuche ich eine zuständige Person zu finden, von der ich mir Aufklärung verspreche. Auch das stellt sich als schwieriges Unterfangen heraus. Endlich. Ein Mitglied des ÖBGV-Vorstands kann mir den Sachverhalt erklären. Die Damen beginnen nach der besten Herrengruppe auf Bahn 1 - spielen also keine Massenstartrunde! Auf eine "Warum-Frage" verzichte ich und widme mich den Akteuren auf der Anlage.

Lebhafter Wind kommt auf. Windschutzutensilien werden aufgestellt. Der Spieler, der sich vorher über das Wetter freute, ist unauffindbar. Lange Konzentrations- und Wartezeiten stellen sich ein. Man wartet auf die windstille Sekunde. Dies gestaltet sich als äußerst schwierig, da der Wind ständig dreht und nur selten nachlässt. Erste Präparationsfehler passieren. Brücke und Liegende sind die Sorgenkinder. Die erzielten Ergebnisse sind, verständlicherweise, etwas über dem Schnitt vom Vortag. Doch es geht schließlich ums Superfinale. Eisern wird gekämpft, gehadert und angefeuert. Das Rohr und der Mittelkreis kristallisieren sich als Hürden am Weg ins Superfinale heraus. So mancher Lokalmatador scheitert am Miniaturgolfplatz des BGC Score. Der Druck war zu groß, nun überwiegt die Enttäuschung. Die Container können gepackt werden. Eine Gruppe ist mit den 36 Bahnen noch nicht fertig. Plötzlich: Ein Aufschrei. Kein "Rot und Giftig", nein. Ein simples "Jaaa!" genügt Reinhard S. um seinen Superfinalplatz zu bejubeln.

In der halbstündigen Pause wandere ich durch die Aufenthaltslager der Aktiven. Die Superfinalisten schreiben ihre größten Erfolge auf Zettel und besprechen letzte Änderungen mit ihren BetreuerInnen. Die knapp gescheiterten gönnen sich ihr (hoffentlich) erstes Bier des Tages und diskutieren, wer mit mehr Pech zu kämpfen hatte.

15 Minuten später komme ich in Baden an; gespannt eile ich auf die Anlage und stelle fest, dass schon wieder eingeschlagen wird! Die ZuschauerInnen versammeln sich rund um die Anlage und wenig später wird die erste Damenstartgruppe zur Vorbereitung aufgerufen. Der Showdown beginnt. Der Wind hat nachgelassen und die Sonne blickt vereinzelt durch die Wolken am Badener Himmel.
Die zwei Damengruppen kommen zügig voran und Überraschungen bleiben aus. Lisa Gruber wird zum fünften Mal österreichische Staatsmeisterin, jedoch das erste Mal verteidigt sie ihren Titel. Gratulation! Silber und Bronze holen sich Claudia Schuster und Michaela Auer. Beide sind aber sichtlich zufrieden mit ihren Leistungen und strahlen am Siegespodest um die Wette. Eine kämpfende Renate Raidl, die ich selten so konstant gut spielen gesehen habe, wird undankbare Vierte. Beglückwünscht wird sie umso mehr von mir - und von vielen anderen auch - zu ihrer Leistung.

Bei den Herren erwarte ich mir einige Rangverschiebungen, da die Abstände sehr gering sind und die BAC-Anlage einem, in den so genannten "Lauf" geratenen, Spieler alle Türen öffnet. Gehadert wird mit dem Schicksal, geflucht, wenn der Ball auf den Hindernisbahnen nicht fällt…das übliche Prozedere eben. Nach einigen Bahnen ist klar, dass zwei Spieler aus der letzten Gruppe, Bernhard und Rudi, die Goldene unter sich ausmachen werden. Um den dritten Platz kämpfen wahrscheinlich drei oder vier Spieler, lautet meine Analyse nach neun gespielten Bahnen. Sechs Bahnen später ein klareres Bild: "Beton-Rudi" wird wohl zum zweiten Mal, nach Steyr 2004, Staatsmeister. Seine Leistung am Finaltag war eindrucksvoll; im Gedanken ziehe ich den Hut vor ihm. Zweiter wird einer, dem ich so einen Erfolg schon lange vergönnt habe: Bernhard Laufer. Der Mr. BGC Score wird - noch dazu bei der Heim-ÖM - Vizestaatsmeister. Ein echter Sportsmann und "klasser Kerl" noch dazu.

Um den dritten Platz hat sich ein Duell zugespitzt; der bis dato Dritte Christian "Hasi" Freilach hat keine besonders gute Runde erwischt. Eine "3" auf Bahn 11 war der Höhepunkt. Sein Gegner um die Bronzemedaille ist ein alter Bekannter: Andreas "Gonzo" Grundner vom Heimverein BAC. Gonzo hat seine Schlussrunde bereits bravourös absolviert, nun heißt es "Bitte warten!" für ihn. Hasi benötigt auf den letzten drei Bahnen zwei Assen um ein Stechen zu erzwingen. ZuschauerInnen und SpielerInnen wissen Bescheid und versammeln sich um die finalen Bahnen. Als Hasi zur Bahn 16 steigt, scheint es, als ob ganz Baden die Luft anhält. Seine übliche Konzentrationsphase strapaziert die Nerven der Gonzo-Fans. Das stete Scheren am Beton mit dem Schläger geht einigen durch Mark und Bein. Hasi befördert den Ball in Richtung 16er-Röhre, er drückt seine Hände in die Hüfte, schaut und wartet. Im Zeitlupentempo läuft der Ball, in aussichtsreicher Position, zum Endkreis. Der Ball verschwindet im Loch und Hasi setzt sein typisches Joker-Lächeln auf. Die Badener sind entsetzt, gleichzeitig voller Hoffnung für das Stechen, welches unausweichlich scheint. Das As auf Bahn 18 ist Formsache.

Als Rudi und Bernhard bereits gefeiert, beglückwünscht und umarmt werden, begeben sich die zwei Kontrahenten zur Bahn 1. Gonzo gewinnt…den Losentscheid und möchte beginnen. Mittlerweile haben sich - nahezu alle - Zuschauer um die Startbahn versammelt und sehen wie Gonzo eine 2 macht. Nicht ungewöhnlich, denn die 1 in Baden fällt unter das Motto "Glück auf!". Doch Hasi macht kurzen Prozess und überlässt nichts dem Zufall. Mit einem Vorlauf-As sichert er sich die Bronzemedaille. Für Gonzo bleibt nur Blech, seine tolle Schlussrunde wurde nicht mit einem Stockerlplatz belohnt.

Glücklich, aber erschöpft präsentieren sich die MedaillengewinnerInnen dem Publikum bei der Flower Ceremony.

Für mich sind damit die 46. Österreichischen Staatsmeisterschaften im Einzel abgeschlossen, ich setze mich ins Auto und fahre. Zuhause angekommen verarbeite ich das eben Erlebte. Vermutlich zu genau jenem Zeitpunkt, als sich die Aktiven ein paar Worte der Kritik anhören müssen.

Diese Meisterschaften haben den SpielerInnen alles abverlangt und würdige SiegerInnen wurden ermittelt. Die ÖM hätte sich bestimmt ein größeres Starterfeld verdient, wobei auch ich mich dieser Debatte nicht zur Gänze entziehen kann.

Verfasser: Philipp Albrechtsberger

Das Finale der Oberösterreichischen Bahnengolf Freiluftlandesmeisterschaft 2011/2012 fand am Sonntag den 17.06.2012 auf der wunderschönen Betonanlage in Steyr-Münichholz statt.


Verfasser: walter.harris

Mit einigen Abstand nach einer berufsmäßig sehr fordernden Zeit und einer anschließenden heftigen Grippe kann ich gerne "Berichten".


Verfasser: walter.harris

Die Wiener Mannschaften dominierte die Allgemeine Klasse beim Bundesländercup 2012 in Eferding, aber was bei den Herren um Platz 2 geliefert wurde, das verdient das Prädikat „Besonders spannend!”.


Verfasser: walter.harris

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