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Kein Gold aus Käseland..


Kategorie: Bewerbe
Datum: 24.09.2006

Bewerbe

Die Europameisterschaften der allgemeinen Klasse in Geldrop brachten nur einmal Bronze für Österreich. Teamchef Bernd Schaller analysiert:

EM Holland aus meiner Sicht.

War Holland eine Reise wert, oder ...?

Um diese Frage zu beantworten, muss ich etwas weiter ausholen.

Durch mein berufliches Engagement war es mir in dieser Saison nicht möglich, das Team so auf diesen Höhepunkt vorzubereiten, wie es aus meiner Sicht notwendig gewesen wäre.  Nach dem WM-Jahr war zu spüren, dass die Luft etwas heraußen ist. Die Anstrengungen, 2005 dabei zu sein und in Steyr "Großes" zu erreichen, waren unglaublich. Nach diesem Jahr war deutlich zu spüren, dass der Antrieb, in dieser Tonart weiter zu machen, nicht mehr so groß war. Aus diesem Grund wäre es notwendig gewesen, mehr Kaderlehrgänge zu veranstalten. Was ist geschehen? Es gab gar keinen. Es wurde auch kein Länderkampf veranstaltet.

Natürlich hatte ich die Hoffnung, dass der Kader, sprich jeder Einzelne, selbst das Beste aus der Situation macht und sich entsprechend vorbereitet, eine entsprechende Saison spielt um dann, beim vermeintlichen Höhepunkt, in Topform zu sein. Jeder einzelne hat dieses Verhalten auch an den Tag gelegt, aber das war nicht ausreichend. Um international top zu sein, müssen mittlerweile sehr sehr große Anstrengungen in vielen Bereichen unternommen werden. Und dazu gehören Kaderlehrgänge und Länderkämpfe und Trainingslager vor Ort etc. etc. Der kurzen Rede langer Sinn: Geerntet wird, was früh genug gesät wird. Ich, wir hatten zu wenig gesät. Darum war die Ernte nicht so ausgiebig, wie wir es erhofft haben. Nur eine Medaille bei der EM zu erreichen, ist für unsere Ansprüche ganz klar zu wenig.



In den beiden Wochen in Holland haben wir sehr gut gearbeitet. Wir hatten große Ziele und haben in diesen beiden Wochen alle Anstrengungen unternommen, um dieses Ziel zu erreichen. Das Training lief vom ersten Tag an sehr konzentriert. Die Betreuer versuchten zusammen mit den Spielern den optimalen Ball, die optimale Linie zu finden. Immer wieder galt es auch neues auszuprobieren, was teilweise bis in die Abendstunden versucht wurde. Nach den ersten Trainingstagen sah man in den Runden, was auf diesen Anlagen möglich war. Dass unser Weg stimmte, zeigten auch die Ergebnisse, die von Tag zu Tag besser wurden.



Die Aufstellung zu machen war in diesem Jahr schwerer als in der Vergangenheit. Die vermeintlichen Ersatzleute spielten tolle Scores und es war weder bei den Damen noch bei den Herren ein Sportler, der mit den anderen nicht mithalten konnte. Aus diesem Grund entschied ich mich für folgende Variante: Mit Renate Raidl und Christian Freilach wählte ich die beiden aus, bei denen ich wusste, dass ich mich bei Bedarf darauf verlassen konnte, zu 100% darauf verlassen konnte, dass sie „Gewehr bei Fuß“ standen, wenn es die Situation erforderte. Leider habe ich mich auch dieses Jahr nicht getraut, eine Auswechslung vorzunehmen. Leider für die beiden, die sich einen Einsatz verdient hätten, weil sie einfach unglaublich toll gespielt haben.

Es war aber auch so, dass kein Sportler leistungsmäßig so abgefallen ist, dass eine Auswechslung notwendig gewesen wäre. Natürlich hatten einige mal eine schlechte Runde. In der nächsten war es dann aber so, dass wieder Gas gegeben wurde und auch die Leistungen wieder besser wurden. Diese kleinen Umfaller haben dann aber den Ausschlag gegeben, dass unser Ziel, Gold mit einer der beiden Mannschaften zu holen, nicht realisiert werden konnte. Die Summe aller Hoppalas, die Summe aller schlechten Runden war es, die uns bei den Herren aus dem Titelrennen brachte und bei den Damen nur Rang 5 einbrachte. Einzelne Spieler für das Nichterreichen der Ziele verantwortlich zu machen, ist hier also fehl am Platz.

Es gab nicht einen Moment, wo ich das Gefühl hatte, dass ein Spieler nicht alles versucht hat, um auf jeder Bahn das Beste zu geben. Bei den Herren konnte eine Medaille geholt werden, welche uns nicht von allen zugetraut wurde. Und das wieder einmal mit einem sensationellen Mannschaftsfinaltag, an dem wir zum wiederholten Mal die Top-Nation waren. Und dieses Jahr war es noch schwerer als z.B. 2005. Jeder spielt doch lieber um Gold, als man muss Ängste ausstehen, Bronze zu verlieren.



Es war schon toll zu beobachten, wie unsere Männer in der Minigolfschlussrunde am Freitag, unter höchster nervlicher Anspannung, sensationelle Ergebnisse erzielten.

Bei den Damen habe ich ähnliches erhofft. Mit einem super Finaltag wäre auch hier noch eine Medaille möglich gewesen. Bei einer Mannschaftsstärke von drei Spielerinnen ist es ungleich schwerer, Schläge aufzuholen, wenn die Top-Nationen nicht nachlassen. Hier zählt für mich aber nicht unbedingt die Belohnung, sprich die Medaille, sondern vor allem der Wille und der riesengroße Einsatz der Ladys, es bis zur letzten Bahn versucht zu haben. Keine Medaille, aber meinen und hoffentlich unser aller Respekt für diese Leistung!!

An dieser Stelle möchte ich mich bei „meinem Team“ bedanken. Die Spieler und die Betreuer haben in diesen zwei Wochen toll gearbeitet und alles für den Erfolg getan.

Für mich war diese EM dennoch eine Enttäuschung, weil es uns nicht gelungen ist, noch näher an die Top-Nationen heran zu kommen. Im Gegenteil, der Abstand ist größer geworden. Einige Gründe habe ich schon beschrieben. Die Anstrengungen müssen noch größer werden, es muss intensiver über eine längere Zeit zielorientiert gearbeitet werden, dass man in Topform ist, wenn der Startschuss zu einer EM/WM fällt.

Natürlich hinterfrage ich auch mich und meine Arbeit. Nach so einem Ergebnis und nach drei Jahren Teamchef ist es höchste Zeit, das zu tun. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Demzufolge kann ich auch noch nicht berichten, ob ich der Meinung bin, dass mein Weg nicht der Richtige ist, bzw. ich mit meiner Arbeit gescheitert bin, oder aber, dass es unbedingt notwendig ist, zusammen mit den Betreuern und den Spieler weiter zu machen.

In diesem Sinne verabschiede ich mich

Mit sportlichen Grüßen

Bernd Schaller
Teamchef einer tollen Mannschaft und toller Betreuer

Verfasser: Bernd Schaller

Das Finale der Oberösterreichischen Bahnengolf Freiluftlandesmeisterschaft 2011/2012 fand am Sonntag den 17.06.2012 auf der wunderschönen Betonanlage in Steyr-Münichholz statt.


Verfasser: walter.harris

Mit einigen Abstand nach einer berufsmäßig sehr fordernden Zeit und einer anschließenden heftigen Grippe kann ich gerne "Berichten".


Verfasser: walter.harris

Die Wiener Mannschaften dominierte die Allgemeine Klasse beim Bundesländercup 2012 in Eferding, aber was bei den Herren um Platz 2 geliefert wurde, das verdient das Prädikat „Besonders spannend!”.


Verfasser: walter.harris

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