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Kein WM-Märchen in Odense


Kategorie: Bewerbe
Datum: 13.10.2006

Bewerbe

Jugendsportwart Raphael Maier zieht Bilanz über die Jugend-WM in Dänemark

Die zum dritten Mal ausgetragene Jugend-Weltmeisterschaft führte Europas Minigolfjugend nach Dänemark, genauer gesagt nach Odense. Die auf der Insel Fyn gelegene Kleinstadt, vielen bekannt als Heimatstadt des allgegenwärtigen Dichters Hans Christian Andersen, war schon mehrmals Austragungsort internationaler Großbewerbe und konnte daher auf ein erfahrenes Organisationsteam zurückgreifen.

Österreichs Jugendteam konnte gut vorbereitet in die Trainingswoche gehen. Die Spieler hatten in der Bundesliga - sei es in der Mannschaft ihres Heimvereines oder im ÖBGV Jugendteam - wertvolle Bewerbserfahrung auf hohem spielerischen Niveau gesammelt und teilweise mit starken Ergebnissen brilliert. Mit einem hervorragenden Betreuerteam an ihrer Seite gingen die Spieler ans erste Kennenlernen der Anlagen. Mit großem Einsatz und regelmäßigen "Überstunden" wurden die Bahnen austrainiert und die beiden Querköpfe Stefan Kellershohn und Rupert Westenthaler schüttelten die eine oder andere Wunderlinie aus den Ärmeln, die so manchen Spieler an den Rand der Verzweifelung brachte. Die Motivation des gesamten Teams war einmalig und wir konnten mit großer Zuversicht die ersten Trainingsrunden spielen. Dabei stellte sich heraus, dass wir mit unserem Miniaturscore sicher gut unterwegs waren, aber noch eine hohe Fehleranfälligkeit auf Beton hatten. Erst am letzten Trainingstag konnte auch auf diesem System eine starke Mannschaftsrunde absolviert werden.

Ausgestattet mit motivierenden Zitaten diverser Persönlichkeiten, die Thomas Emich (alias Bomml) verteilt hatte, ging das Jugendteam in die erste Bewerbsrunde.  Die beiden Teams starteten recht unterschiedlich: die Mädels konnten sich gleich mit einer soliden Startrunde in der Spitzengruppe etablieren, die Burschen hingegen standen nach einer durchwachsenen Runde auf den langen Bahnen nur am siebten und zugleich vorletzten Platz. Mit großem Teamgeist bäumten sich die Jungs auf und konnten mit immer besser werdenden Ergebnissen eine Mannschaft nach der anderen überholen und so im Rennen um die begehrte Bronzemedaille bleiben. Vor dem Mannschaftsfinale lagen sie mit sechs Schlägen Rückstand auf die favorisierten Tschechen bereits auf Rang vier. Das war durchaus noch aufzuholen! Die Mädchen kämpften im schon traditionellen Duell mit den Schwedinnen um WM-Gold. Nach einem schwachen ersten Tag musste allerdings die lustlos agierende Birgit Dallinger durch Birgit Cernicek ersetzt werden. Die Schwedinnen hatten jedoch mit Karoline Karlsson und Charlotte Ryner dieses Mal die besseren Einzelspielerinnen in ihren Reihen und erspielten sich für den Mannschaftsfinaltag elf Schläge Vorsprung vor Österreich.



Freitag war der Tag der Wahrheit im Teambewerb. Österreich hatte beide Mannschaften in aussichtsreicher Position platziert. Spieler und Betreuer waren dementsprechend in freudiger Erwartung der letzten beiden Mannschaftsrunden. Das männliche Sextett startete auf Eternit, konnte jedoch nicht sofort an den Lauf der Vortage anknüpfen und verlor wichtige Schläge auf die Tschechische Republik. Für die letzte Minigolfrunde kam unser Betonierer Thomas Obertaxer für den unkonstant spielenden Elias Eberle in die Mannschaft. Darauf folgte mit 169 Schlägen die beste Betonrunde des gesamten Bewerbs  - gespielt durch Österreich, wer hätte das nach den Trainingsergebnissen gedacht ? Die Frage war nun, ob mit dieser fulminanten Schlussrunde die Tschechen unter Druck gerieten und vielleicht doch noch zu schlagen waren? Leider blieb diese Aufholjagd schlussendlich unbelohnt, denn fünf Schläge fehlten auf den Stockerlplatz.
Die Mädels hatten ebenfalls eine schwierige Aufgabe vor sich, um die Schwedinnen noch abzufangen. Startspielerin Stephanie Dallinger legte jedoch gleich mit einer Assenserie los und brachte ihre Konkurrentin Louise Hagesjö derart in Bedrängnis, dass diese entnervt ausgetauscht werden musste. Auch Birgit Cernicek und Andrea Hackl waren stark unterwegs, sodass sich vor der letzten Eternitrunde folgende Ausgangslage ergab: Schweden führte mit einem Schlag Vorsprung vor Österreich und Tschechien, das sich fast unbemerkt nach vorne geschoben hatte und vier weitere Schläge vor den erstaunlich starken Schweizerinnen. Der perfekte Show-down war also vorbereitet. Auf den ersten Bahnen konnten unsere Spielerinnen gleich die Führung übernehmen und es schien als ob sie in der Crunchtime ihre beste Leistung abrufen könnten. Doch im Laufe der Runde schlichen sich immer mehr Zweier ein und statt Gold war plötzlich sogar der Stockerlplatz in Gefahr. Letztendlich siegten die Schwedinnen (631) vor Tschechien (633) und Österreich (635). Gold verloren oder Bronze gewonnen?



Im Einzelfinale sollte nun die Revanche für die knappen Niederlagen des Vortages gelingen. Zuerst hieß es mit möglichst vielen Spielern ins Superfinale zu kommen. Birgit Cernicek und Andrea Hackl konnten sich auch heuer wieder für das Finale der letzten sechs Spielerinnen qualifizieren. Steffi Dallinger verpasste dieses als Siebte denkbar knapp. Etwas überraschend, aber dennoch in souveräner Manier spielte sich Youngster Marcus Ebert in das Superfinale. Thomas Emich zeigte an diesem Tag ganz großes Bahnengolf, doch 27 Schläge auf Beton und eine perfekte 18er Runde auf den kürzeren Bahnen reichten nicht mehr für die Qualifikation. 

Im Superfinale legte Marcus wieder zwei starke Runden hin, die ihm den siebten Rang einbrachten. Respekt vor dieser Leistung. Die Medaillen holten sich andere: Gold ging in an Simon Marti aus der Schweiz, vor Karel Molnar (CZE) und Gerrit Britz (GER). Im Mädchenfinale waren Gold und Silber schon bald vergeben: Karoline Karlsson und Charlotte Ryner waren heuer eine Klasse für sich. Andrea und Birgit fighteten mit zwei Tschechinnen um die Bronzemedaille. Leider fehlten uns auch hier die entscheidenden Asse. Birgit belegte mit einem Schlag Rückstand auf Bronze Rang vier und einen Schlag dahinter Andrea Hackl auf dem fünften Endrang.  



Diese WM war mit sicher die WM der knappen Entscheidung zu Ungunsten Österreich gewesen. Mannschaftlich gesehen gab es vor allem bei den Burschen eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr - man konnte wieder Stolz sein in einer Mannschaft zu spielen, die alles gibt und am Ende des Tages erhobenen Hauptes den Minigolfplatz verlassen kann. 

Wie Pierre de Coubertin schon sagte "Das Wesentlich ist nicht, "gesiegt", sondern sich wacker geschlagen zu haben".

Die "players party" in der Bowlinghalle war ein voller Erfolg: "Design your burger" (seinen Burger selbst zusammenstellen) und bowlen kam bei allen Teams super an.

Was sonst noch auffiel:

Der Ausflug an den Strand brachte etwas Abwechslung vom Trainingsalltag. Sehr zum Leidwesen der dortigen Quallen, die Opfer einer nicht identifizierten Gruppe Jugendlicher wurden.

Steffi hat noch immer den lautesten Urschrei aller Spielerinnen und steht ganz oben auf der Watchlist der Schiedsrichter.

Die Eröffnung im Rathaus von Odense stand ganz im Zeichen der Märchenwelt H.C.Andersens. Andrea Hackl machte beim Ablegen des olympischen Eides eine gute Figur.

Der Fair-Play Preis ging an Johan Nilsson (Schweden), weil er das Schiedsgericht darauf aufmerksam machte, dass er ein As statt einer Zwei geschrieben bekommen hatte. Seine Selbstanzeige machte er jedoch erst zwei Tage nach diesem Vorfall und brachte dadurch das Schiedsgericht etwas in Bedrängnis.

Während der WM wurde am Eingang Eintritt von den Zuschauern verlangt. Diese Weltpremiere gab dem Bewerb einen besonderen Flair und den Spielern ein tolles Feeling ("was? die zoiln damit's mi Minigolfspüln sehn?")

Bomml spielt am Besten, wenn er seinen Schläger zum Einschlagen vergessen hat.

"Inoffizieler" Most Improved Player der WM war Marcus Ebert, der sowohl im Training, als auch im Bewerb, im Stile eines Routiniers spielte. Vorbildhaft!

Verfasser: Raphael Maier

Das Finale der Oberösterreichischen Bahnengolf Freiluftlandesmeisterschaft 2011/2012 fand am Sonntag den 17.06.2012 auf der wunderschönen Betonanlage in Steyr-Münichholz statt.


Verfasser: walter.harris

Mit einigen Abstand nach einer berufsmäßig sehr fordernden Zeit und einer anschließenden heftigen Grippe kann ich gerne "Berichten".


Verfasser: walter.harris

Die Wiener Mannschaften dominierte die Allgemeine Klasse beim Bundesländercup 2012 in Eferding, aber was bei den Herren um Platz 2 geliefert wurde, das verdient das Prädikat „Besonders spannend!”.


Verfasser: walter.harris

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