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Seniorinnen dank „grande finale” zu Gold


Kategorie: Bewerbe
Datum: 27.08.2008

Bewerbe

Bei den Senioreneuropameisterschaften im italienischen Predazzo konnten die hohen Erwartungen nicht ganz erfüllt werden. Sportwart Heinz Laukes erklärt warum die Herren über den fünften Rang nicht hinauskamen und die Damen doch noch Gold holten.

Ich will versuchen, ein wenig den Hintergrund dieses Bewerbes zu beleuchten. Die einzelnen Ergebnisse können in der Ergebnisliste nachgelesen werden. Vorausgegangen war eine für mich sehr schwere Selektierung der Teilnehmer/innen. Es war zum großen Teil eine rein gefühlsmäßige Entscheidung, da auch nach der ÖM der Senioren in Klaus die Form der Kaderspieler/innen für eine schwierige Betonanlage und eine sehr anspruchsvolle Eternitanlage nicht abzusehen war. Meiner Meinung nach wurden die richtigen Entscheidungen getroffen und ein optimales Team für die EM nominiert. Dies waren bei den Damen: Doris Ertl, Maria Fuschlberger, Elisabeth Kammerer und Johanna Knotzer. Bei den Herren: Alfred Curda, Erwin Frivert, Franz Reich, Reinhard Schuster, Horst Spirk, Hermann Türtscher und Anton Wechselberger. Als Betreuer kam Jürgen Patsch fix zum Team, somit waren Heinz Ertl, Jürgen Patsch, Anton Ploner und ich (Heinz Laukes) als Betreuer dabei.

Der 30.7. war Anreisetag, Treffpunkt 15:00 Uhr auf der Anlage und alle waren pünktlich anwesend. Ein herrliches Bergpanorama empfing uns – Predazzo liegt auf 1040 m Seehöhe, die Anlage auf 1100 m. Mit drei Ausnahmen waren alle Teilnehmer/innen bereits beim Nationencup dabei gewesen, es gab also kein Neuland für den Großteil der Spieler/innen. Der begonnene Nachmittag wurde genutzt, um den Neulingen (Maria Fuschlberger, Elisabeth Kammerer und Reinhard Schuster) die Anlagen näher zu bringen, der Rest begann mit dem Testen der Bälle auf beiden Anlagen. Da das gesamte Team bereits im Vorfeld ausgiebige Informationen über Bälle, Linien und Eigenheiten der Bahnen auf beiden Anlagen erhalten hatte, konnte man dabei gleich ins Detail gehen. Ich nutzte die Gelegenheit, Gespräche mit unseren deutschen Freunden zu führen und auch ein wenig zu beobachten, ob sich Linien oder Ballmaterial im Vergleich zum NC verändert hätten. Da dies offensichtlich nur vereinzelt der Fall war, konnten wir uns voll auf unsere Aufzeichnungen verlassen.

Perfekte Infrastruktur
Der Ehrgeiz und Einsatz aller Spieler/innen war auch daran erkennbar, dass sie nur zögernd das erste Training beendeten, da wir ja noch im Hotel einchecken mussten. Unsere Unterkunft war ideal, 15 Gehminuten von der Anlage entfernt, im Zentrum von Predazzo gelegen und die komplette Infrastruktur des Ortes in unmittelbarer Nähe. Dazu kam noch, dass wir Halbpension gebucht hatten, so dass es auch keine Diskussionen über Speiselokale usw. gab. Die sehr nette Chefin des Hotels erfüllte alle unsere Sonderwünsche bezüglich Frühstück, Abendessen (wir hatten mit Hermann Türtscher einen Vegetarier unter uns) auf schnellstem Wege und gab uns das Gefühl, hier daheim zu sein.

Da das offizielle Training (eingeteilt in 2 Gruppen) erst am Freitag begann, konnten wir am Donnerstag den ganzen Tag zum freien Training nutzen. Dabei zeigte es sich bereits, wie sinnvoll eine Trainingseinteilung ist, stauten sich doch auf beiden Anlagen an allen heiklen Bahnen die Spieler/innen; man konnte kaum einen 2. oder 3. Schlag tätigen, geschweige denn einen Kreis oder eine neue Linie trainieren. Die Einteilung der Arbeitsgebiete für die Betreuer hatten wir bereits am Morgen vorgenommen – Jürgen Patsch (den hinteren Teil) und Anton Ploner (den vorderen Teil) der Eternitanlage, Heinz Ertl den schwierigsten Teil der Betonanlage (B1-B6, B12-B18) und ich B7 (Kreis) -B11. Auch dieser Trainingstag wurde fast pausenlos genutzt, die Motivation des gesamten Teams lag über 100 Prozent!


Fotocredits@Heinz Laukes

Freitag hatten wir Nachmittagtraining, der Vormittag wurde zum Einkaufen, Bummeln oder einfach zum relaxen genutzt, am Nachmittag stand dann intensives Training inkl. Zählrunden auf dem Programm. Samstagvormittag der gleiche Plan, dafür hatten wir für den Nachmittag einen kleinen Ausflug vorbereitet - Danke an Johanna Knotzer für die Organisation dessen. An den ersten Trainingstagen hatte sich bereits ein hervorragendes Mannschaftsklima herauskristallisiert. Es wurde nicht nur intensiv und konzentriert trainiert, man hatte auch Spaß miteinander. Da zudem die Trainingsvorgaben immer wieder aufgelockert wurden, konnte jede(r) einzelne seinen persönlichen Trainingsrhythmus beibehalten.

Montagmittag mussten dann die Mannschaftsaufstellungen bekannt gegeben werden, worüber Heinz Ertl und ich wieder sehr lange überlegen mussten. Beide Mannschaften waren in den Zählrunden sehr ausgeglichen, es gab eigentlich keinen nennenswerten Ausrutscher dabei. Wir entschieden uns dann bei beiden Mannschaften für eine Variante die es gewährleistete, dass im Falle eines Austausches ein starker Ersatz zum Einsatz kam. Dies war bei den Damen Doris Ertl und bei den Herren Hermann Türtscher.

Jeans nur für Betreuer
Bei der Besprechung der Coaches am Montag gab es u.a. auch eine Diskussion über die neuen Bekleidungsvorschriften (Jeansverbot). Ich vertrat die Meinung, dass diese Vorschrift erst dann Gültigkeit haben kann, wenn sie durch eine Delegiertenversammlung der WMF ins Regelwerk aufgenommen würde. Da diese Meinung mehrheitlich akzeptiert wurde, man aber keinen unmittelbaren Konflikt mit der TK des WMF riskieren wollte, einigte man sich auf einen Kompromiss: Spieler/innen müssen Sporthose, Betreuer dürfen Jeans tragen.

Außerdem wurde der Start auf 9:00 Uhr verschoben, da einige Teilnehmer/innen in ihren Hotels sonst ein Problem mit dem Frühstück bekommen hätten. Zudem hatten wir bereits beim Training gemerkt, dass die Temperatur um 8:00 Uhr doch noch sehr niedrig war. Da es außerdem von Freitag auf Samstag und von Sonntag auf Montag sehr heftige Unwetter gegeben hatte, wollte man im Falle des Falles die Möglichkeit haben, in der Früh die Bahnen ordentlich zu reinigen und auch auftrocknen zu lassen.

Die Eröffnung am Montag begann mit einem kurzen Marsch zum Hauptplatz des Ortes, begleitet von einer Musikkapelle. Nach den Ansprachen, sehr gut übersetzt (allerdings nur auf Englisch), gab es ein sehr gutes Buffet in dem großen Veranstaltungszelt neben der Anlage (15-minütiger Fußmarsch hinauf), anschließend die Auslosung der Spielgruppen.

Mittwoch – 1.Bewerbstag. Die Startrunde hatten wir gut im Griff, die einzelnen Ergebnisse des Teams konnten sich durchaus sehen lassen. Trotzdem entschloss ich mich, für den zweiten Tag Johanna Knotzer gegen Doris Ertl auszutauschen. Bei den Herren lieferte Reinhard Schuster ein hervorragendes Tagesergebnis (28,23,28), die übrigen Herren hatten allerdings einen etwas schwachen 3. Durchgang zu verzeichnen.

Donnerstag – 2.Bewerbstag. Auch an diesem Tag schlug bei den Herren er 3. Durchgang wieder zu. Hatten wir beim 1.und 2.Durchgang wieder etwas zu den führenden Nationen aufholen können, bescherte uns die dritte Runde wieder einen beträchtlichen Rückschlag. 16 Schläge fehlten uns auf die Drittplatzierten Schweizer! Theoretisch keine unlösbare Aufgabe, aber schon mehr als schwierig. Die Damen hatten sich für den letzten Mannschafts-Bewerbstag eine recht brauchbare Ausgangsposition geschaffen – 5 Schläge hinter den führenden Deutschen. Am Abend versuchten Heinz Ertl und ich beide Mannschaften für die beiden letzten Mannschaftsrunden „heiß“ zu machen. Eine Medaille war für beide möglich, es musste nur endlich auch ein Durchbruch kommen.

Gold für die Damen
Freitag – 3.Bewerbstag (Mannschaftsfinale) Geschafft! Unsere Damen hatten sich mit zwei sehr guten Runden zur Goldmedaille katapultiert. Einer kurzen Ungläubigkeit folgte ein euphorischer Jubel über diesen großen Erfolg. Zu diesem Zeitpunkt kämpften die Herren allerdings noch um die Minichance, eine Medaille zu erringen. Zwei gut gespielte Durchgänge (188/137) brachten zwar eine Selbstbestätigung, da aber die führenden Mannschaften keine wesentlichen Ausrutscher hatten, konnte der Abstand zu den Medaillen nur verringert werden. Der 5. Rang mit der Herrenmannschaft sieht zwar in der Reihung nicht optimal aus, ist aber im Vergleich zu den großartig aufspielenden Deutschen, Schweden, Italienern (sie verloren etwas unglücklich das Stechen gegen Schweden) und den sehr gut spielenden Schweizern gerechtfertigt.


Fotocredits@Heinz Laukes

Samstag – Einzelfinale (K.O.-Modus) Von unseren Damen hatten alle den Einzug ins Finale geschafft, Elisabeth Kammerer als Führende, die übrigen auf ganz guten Ausgangspositionen. Bei den Herren fehlten Erwin Frivert, Horst Spirk und Hermann Türtscher. Beginnend bei den Damen; hier scheiterte Maria Fuschlberger in der 1. Runde an der späteren Siegerin Alexandra Wirtz welche im Halbfinale dann Elisabeth Kammerer eliminierte. Doris Ertl kam im Halbfinale über die Schweden Beatrice Thors nicht hinweg. Die Schwedin legte auf Beton ein As nach dem anderen vor und sicherte sich so das Finale, welches Alexandra Wirtz ganz knapp im Stechen auf Beton für sich entscheiden konnte. Im Spiel um Rang 3 trafen Doris Ertl und Elisabeth Kammerer aufeinander, das bedeutete auf alle Fälle Bronze für Österreich. Hier hatte Elisabeth Kammerer das etwas glücklichere Händchen und sicherte sich so die Bronzemedaille. Bei den Herren gab es gleich in der 1. Runde mit Anton Wechselberger und Franz Reich eine interne Paarung, welche Anton Wechselberger für sich entscheiden konnte. Alfred Curda scheiterte etwas unglücklich an Philipp Busche (D), weiter kam lediglich Reinhard Schuster, der nach Siegen über Cesare Crespi (I), Jörn Osanbrügge (D) und Hans-Rolf Wageck (D) letztlich im Halbfinale am späteren Sieger Karl-Heinz Gerwert (D) ganz knapp scheiterte. Im Spiel um die Bronzemedaille musste er sich dann ebenfalls knapp Bernhard Kreutter (D) geschlagen geben. So beendete die österrechische Auswahl diese EM mit einem Achtungserfolg – 1x Gold (DM) und 1x Bronze (Elisabeth Kammerer), sowie der Erkenntnis, dass speziell im K.O.-Bewerb Deutschland die größere Routine mitgebracht hatte.

Rücktritt von Kammerer und Curda
Bereits am Vortag des Finales hatte Alfred Curda seinen Rücktritt aus dem Seniorenkader bekannt gegeben, Elisabeth Kammerer folgte diesem Beispiel bei unserer Abschlussbesprechung am Sonntag. Beide hatten in ihrer langjährigen Laufbahn im Nationalteam maßgeblich zu den Erfolgen der österreichischen Teams beigetragen und auch große Einzelerfolge erreicht. Ich danke auf diesem Weg nochmals beiden für ihre Leistungen und ihren Einsatz im Team und wünsche ihnen auch weiterhin die Erfolge, die sie in der Vergangenheit ausgezeichnet hatten.

Verfasser: Heinz Laukes

Das Finale der Oberösterreichischen Bahnengolf Freiluftlandesmeisterschaft 2011/2012 fand am Sonntag den 17.06.2012 auf der wunderschönen Betonanlage in Steyr-Münichholz statt.


Verfasser: walter.harris

Mit einigen Abstand nach einer berufsmäßig sehr fordernden Zeit und einer anschließenden heftigen Grippe kann ich gerne "Berichten".


Verfasser: walter.harris

Die Wiener Mannschaften dominierte die Allgemeine Klasse beim Bundesländercup 2012 in Eferding, aber was bei den Herren um Platz 2 geliefert wurde, das verdient das Prädikat „Besonders spannend!”.


Verfasser: walter.harris

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