Es ist 19:20, 02.03.2021

Gouda statt Gold


Kategorie: Bewerbe

Bewerbe

Alles Käse beim Europacup in Holland Claudia Schuster und Christian Freilach berichten aus Ihrer Sicht.

Außer Spesen wohl nichts gewesen?!?


Der Europacup 2004 sollte eine totale Pleite für die beiden österreichischen Vertreter – Bischofshofen bei den Damen, WAT21 bei den Herren - werden. Im Endklassement reichte es für die Damen nur zu einem enttäuschenden 6. Gesamtrang, immerhin kamen diese aber ins Finale. Die Herren belegten nach einem schwachen Start nur den 8 Rang und hätten den Samstag bestenfalls als Zuschauer auf der Anlage verbringen können.

Nun aber der Reihe nach:

Die Anreise erfolgte am Samstag, den 2. Oktober. Heinz Weber war so nett, Anna und mich von München nach Holland mitzunehmen; das ersparte mir eine megalange Autofahrt alleine als Fahrer. Noch mal herzlichen Dank! Los ging es um 4 Uhr morgens. In Augsburg trafen wir die restlichen Salzburger Teilnehmer bei einem Frühstück und danach fuhren wir im Konvoi weiter nach Spoordonk. Ein Großteil der Wiener Herren mit Leo und Trude war bereits auf der Miniaturgolfanlage, als wir unser Ziel erreichten. Trotz Müdigkeit packten wir natürlich sofort unser Werkzeug aus und begannen zu trainieren. Bereits auf den ersten Bahnen zeigte die Anlage so ihre Tücken. Besser war jedenfalls, wenn man die Banden, die zwar eine wunderschöne Farbe hatten, nicht genauer begutachtete; die Lackierung hatte einigen Schaden angerichtet! Sonst hatte sich der Veranstalter redliche Mühe gegeben, einen guten und vor allem reibungslosen Bewerb zu garantieren. Die Überdachung der Anlage brachte aber leider mit sich, dass auch bei Sonnenschein keine Wärme durch die Zelte kam und es darunter immer schweinekalt war. Mit einigen Pullovern und Handschuhen, zeitweise drei Trainingshosen war aber auch dieses „Problem“ in den Griff zu bekommen.

Bereits am ersten Trainingstag stellte sich heraus, dass an ein Training Damen und Herren gemeinsam nicht zu denken war. Zu groß waren die Unstimmigkeiten bei den Herren bezüglich Ball- und Linienwahl und die Damen wollten sich dadurch nicht anstecken lassen und erstmal in Ruhe trainieren. Das änderte sich auch bis zum letzten Trainingstag nicht, und so blieb es bei der „Trennung“. Die Herren spielten ihre Runden, die Damen einige Zeit davor ihre. Lediglich bei Problembahnen gab es hin und wieder Absprachen oder vereinzelt gesellten sich Herren, denen die Streitereien schon selbst an den Nerven zehrten, zu uns Damen, um mit uns eine Runde zu spielen oder Bahnen auszutrainieren. Nachdem ich selber schon einige Europacups miterleben durfte, kenne ich auch die andere Seite und für mich war schon in Holland klar, dass diese absolute Trennung Damen – Herren kein Vorteil sein konnte. Früher, als noch gemeinsam eine Anlage erarbeitet, Linien ausprobiert und Quoten getestet wurden, profitierten nicht nur – wenn auch vor allem – die Damen von dieser Trainingsweise. Wahrscheinlich mache ich mir mit dieser Aussage bzw. diesem Bericht nicht viele Freunde, aber mit dem WAT war auf der Anlage an keine Zusammenarbeit zu denken. Allein die Aussagen anderer Teams, so z. B. „Wie konnte dieser Streithaufen nur die österreichische Bundesliga gewinnen?“ zeigt, dass der Respekt anderer Nationen spätestens in dieser Woche gesunken ist. Aber auch bei den Damen, bei denen es keinerlei Streitereien untereinander gab, lief einiges schief. Die Stimmung auf der Anlage war nicht so, wie sie für ein voll motiviertes Team hätte sein sollen. Ein Grund dafür war unter anderem der Abgang von Heidi und Chrie nach dem Bewerb. Wenn man immer nur hört, „ist sowieso mein letzter Bewerb für Bischofshofen“, „eigentlich bin ich nur wegen der Abschlussfeier gekommen“, fördert das sicher nicht das Mannschaftsgefüge. Ich will den beiden sicher nicht die Schuld an unserem Misserfolg in die Schuhe schieben, dafür stimmte zu vieles nicht und daran waren wir alle beteiligt. Ich für meinen Teil habe einfach den Sommer über zu wenig gespielt und mir fehlte die Bewerbspraxis. In Werfen konnte ich wegen des Wetters nicht spielen und dann blieb mir nur mehr die Liga in Bischofshofen. Das war einfach viel zu wenig Vorbereitung und so kamen Fehler zustande, die ich letztmals als Anfänger gemacht hatte. Wenn es mir den Vogel heraushaute, dann gleich ordentlich. Im Prinzip haben wir alle vier den gleichen Topfen gespielt und so blieb uns am Ende nur der sechste Platz. Die Chance, sich weiter vorne zu platzieren, wurde auch noch am Schlusstag kräftig verschossen.

Bei den Herren spielten zwar Heinz Weber und Stefan Kellershohn erwartungsgemäß gute Scores, der kurzfristige Ausfall von Philipp Albrechtsberger war aber trotz des sensationell guten Starts letztendlich nicht zu verkraften. Der 8. Rang bedeutete kein Erreichen des Finales der besten 6 Mannschaften. Verwundert war ich trotzdem, wie wenig den Großteil der österreichischen Herren die Entscheidung am Finaltag interessierte. Das zeigte auch wieder einmal, wie wenig Anerkennung der Damensport in Österreich hat, bzw. wie egal es einer österreichischen Mannschaft sein kann, wenn die Damen noch um eine reelle Chance auf eine Medaille, die ja nach 6 Runden durchwegs intakt war, kämpften, wenn man selbst nicht mehr dabei ist. Abgesehen davon, war für Spannung bei den Herren gesorgt, die drei ersten Teams lagen nur wenige Schläge auseinander, also von Langeweile keine Spur. Erst in der Schlussrunde konnte sich Tantogarden (S) mit einer Fabelrunde von 117 Schlägen noch vor Hardenberg setzen und den Deutschen, die 8 von 9 Runden geführt hatten, den Titel abringen.

Naja, es besteht ja noch die Hoffung, dass die beiden Teams für die Zukunft einiges gelernt haben und versuchen werden, es besser zu machen. Dafür fehlt es aber bei uns hauptsächlich an Professionalität, hier könnte man sich einige Teams als Vorbild nehmen.

Nächstes Jahr ist bekanntlich der Europacup in Österreich in Salzburg. Allein diese Tatsache beflügelt hoffentlich viele, die Bundesliga gewinnen zu wollen und Österreich dort würdig zu vertreten. Wir Bischofshofenerinnen, die bekanntlich Abgänge von Christina Lindtner und Heidi Brandner zu Steyr zu verzeichnen haben, werden uns mit Lisa Gruber verstärken und sicher hochmotiviert und gut vorbereitet in die neue Saison starten!

Claudia Schuster

Gouda statt Gold 

Kein Platz an der Sonne für die Austrovereine


Mit großen Erwartungen ist der österreichische Herrenmeister Wiener ASKÖ Team Floridsdorf in den heurigen Europacup gegangen, sollte doch das Ergebnis von Romanshorn, wo eine Medaille nur knapp verfehlt wurde, getoppt werden und die gegenüber dem Vorjahr durch das Engagement von Stefan Kellershohn doch deutlich verstärkte Mannschaft schien auch das Potential zu haben, dieses Ziel zu erreichen.

Aus diesem Grund wurde auch 3 Wochen vor dem Bewerb eine Trainingsgruppe mit Stefan Kellershohn, Thomas Zeininger und Marcus Rottensteiner nach Holland entsandt, um die Bedingungen vor Ort zu erkunden und die Bahnen auszutrainieren, damit in den Tagen vor dem Bewerb das Hauptaugenmerk auf die Feinabstimmung und Schlagautomatisierung gelegt werden konnte. Zur optimalen Vorbereitung erhielt jeder Spieler eine DVD mit den Linien, Video der AS-Schläge und anderem erforderlichen Drumherum.

Doch leider kam es ganz anders als geplant: Wenige Tage vor der Abfahrt nach Spoordonk hat Philipp Albrechtsberger von seinem Kompaniekommandanten erfahren, dass er in der Bundesheerkanzlei unabkömmlich sei und daher keine Freigabe für diesen Bewerb erhalten werde. Auch die in den wenigen Tagen hektisch gesetzten Bemühungen bis in höchste politische Kreise, hier eine positive Änderung dieser Entscheidung zu erwirken, schlugen leider fehl, sodass sich eine personelle Problematik ergab, weil Marcus Rottensteiner von Haus aus nur als Betreuer einspringen wollte und erst einige Tage später anreisen konnte, während der als Ersatzspieler und Organisator vorgesehene Playing Captain Klaus Kirchweger in die Grundformation rutschte und Ernsti Hübner als Ersatz zum Zug kam.

Diese Konstellation führte natürlich zu einer spielerischen und organisatorischen Schwächung des Teams, zumal sich an Ort und Stelle zeigte, dass einige Bahnen ganz anders zu spielen waren, als dies noch wenige Wochen zuvor schien und gerade auf diesen Bahnen starke Verunsicherung einsetzte. An eine Kooperation mit den Damen von Bischofshofen war diesbezüglich auch nicht zu denken, weil die Hälfte dieser Mannschaft wegen ihres bereits beschlossenen Abgangs die Anwesenheit offenbar nur als Moden- und Brautschau betrachtete, was leider auch bei einigen WAT-Spielern zu einer Hinwendung auf außersportliche Interessen führte und jedes noch so kleine Problem, das immer wieder auftreten kann und auch auftritt, durch die aus menschlichen Gründen durchaus verständliche Kommunikationsfreude mit den Mädels von diesen umgehend in die Heimat berichtet wurde, wo naturgemäß die Mücken zu Elefanten aufgeblasen wurden.

Trotzdem schien es, dass die Vorbereitungstage im großen und ganzen gut genützt wurden und der nicht immer ganz gerechten Anlage mit den Linien zu Leibe gerückt werden konnte, die den größten Erfolg versprachen. Auch ein zweiter Betreuer konnte in der Person von Stefans ehemaligem Klubkollegen Frank gewonnen werden, der stets Kompetenz und Engagement bewies und eine reibungslose Back Office - Organisation erwarten ließ. Und siehe da: der Start glückte einwandfrei, Stefan als Startspieler sowie Zenzl und Hasi als Nachfolgende schossen die Mannschaft an die Spitze des Klassements! Die bereits zu diesem Zeitpunkt geforderte Vorgangsweise „Abbrechen und Werten!“ fand in den Ohren der Verantwortlichen leider kein Gehör, zumal auch trotz der unwirtlichen Wetterbedingungen durch die aufgestellten bunten Zelte, die zwar die Sicht, keinesfalls aber das Spiel zu behindern in der Lage waren, keine reelle Chance auf einen Spielabbruch bestand.

In der Folge stellte sich heraus, dass Philipp stärker fehlte, als ursprünglich befürchtet worden war. Einerseits kam durch die ungewohnte Aufstellung (selbst Hasi musste seine geliebte Setznummer 2 abtreten, wodurch die Doppeldeckung zu Beginn löchrig wurde) Sand ins Getriebe, zumal diejenigen Akteure, von denen für einen möglichen Erfolg eine für ihre Verhältnisse außergewöhnliche Leistung verlangt werden musste, nicht an diese Erwartungen anknüpfen konnten und daher Stefan vorn und Heinz ganz hinten mehr oder weniger isoliert in der Luft hingen. Anderseits stellte sich heraus, dass das Niveau, das national zwar reichen mag, um an der Spitze mitzuspielen, international für einen Platz an der Sonne bei weitem nicht ausreichend war.

Nach den ersten beiden Runden konnte zwar noch ein Medaillenrang (vor dem späteren Sieger Tantogarden!) gehalten werden, doch im Laufe des Bewerbs wurde die Mannschaftsleistung immer kraftloser und auch die bis dahin relativ stark agierenden Spieler ließen sich von der allgemeinen Fehleranfälligkeit anstecken. Da half es dann auch nichts, dass in der letzten Vorrunde nochmals versucht wurde, mit letztem Einsatz das Steuer herumzureissen und doch noch einen Finalplatz zu ergattern, die bereits zuvor gezeigte Fehleranfälligkeit einiger Spieler unterbrach stets die Ansätze eines beginnenden Laufs! Bereits lange bevor Heinz Weber als Schlussspieler seinen letzten Durchgang, der daher entsprechend adrenalinfrei stattfand, beendet hatte, stand das Unfassbare fest: Das Finale findet ohne Beteiligung einer österreichischen Herrenmannschaft statt, selbst die erst 3 Tage vor dem Bewerb angereisten, aber dementsprechend ambitioniert spielenden Dänen waren vor dem österreichischen Meister platziert!

Dass durch dieses niederschmetternde Ergebnis sich das Interesse an dem zweifellos spannenden Finaltag in sehr engen Grenzen hielt, mag menschlich verständlich sein, zumal auch die noch ins Finale gerutschten Bamen aus dem Salzburger Land nie eine reelle Chance auf Edelmetall hatten, wenn so eine Aussage bei Damenbewerben auch eher mit Vorsicht zu tätigen ist, wie sich in der Vergangenheit bereits mehrmals zeigte. Aus diesem Grunde sei über das Spiel der österreichischen Damen hier auch der Mantel des Schweigens gebreitet, an anderer Stelle wird dem ohnehin breiterer Raum eingeräumt!

Das Finale gestaltete sich noch zu einem (für Interessierte und Fans) echten Krimi, das die schwedische Mannschaft von Tantogarden mit einer auf dieser Anlage beinahe unglaublichen Schlussrunde von 117 Schlägen vor dem Seriensieger Hardenberg und Mainz für sich entscheiden konnte.

Bei den Damen rächte sich die Hybris der Favoritinnen aus Neutraubling, die offenbar meinten, auch ohne die regierende Welt- und Europameisterin Bianca Zodrow reüssieren zu können und diese, trotz ihrer zugegebenermaßen eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten, zu lange als Ersatz beließen. Das nützte die gastgebende, etwas verstärkte Klaarenbeek-Family zu einem sensationellen Sieg für Geldrop!

Mit einem Abstand von einigen Wochen fand im Klubheim im Wasserpark eine Mannschaftsbesprechung der Unglücklichen Achten statt, bei der versucht wurde, die zweifellos begangenen Fehler zu analysieren und in Zukunft zu vermeiden. Nachdem dabei ein sehr gutes Klima herrschte und man das Gefühl hatte, dass alle an einem Strang (in dieselbe Richtung!) zu ziehen bereit sind, kann die verjüngte Mannschaft unter neuer sportlicher Führung den zweifellos ebenfalls ambitionierten Mitbewerbern nur zurufen: „Bundesliga 2005, wir kommen! Bergheim, wir werden uns rehabiltieren!“

Verfasser: Christian Freilach

Das Finale der Oberösterreichischen Bahnengolf Freiluftlandesmeisterschaft 2011/2012 fand am Sonntag den 17.06.2012 auf der wunderschönen Betonanlage in Steyr-Münichholz statt.


Verfasser: walter.harris

Mit einigen Abstand nach einer berufsmäßig sehr fordernden Zeit und einer anschließenden heftigen Grippe kann ich gerne "Berichten".


Verfasser: walter.harris

Die Wiener Mannschaften dominierte die Allgemeine Klasse beim Bundesländercup 2012 in Eferding, aber was bei den Herren um Platz 2 geliefert wurde, das verdient das Prädikat „Besonders spannend!”.


Verfasser: walter.harris

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